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Erste Ergebnisse aus der JIM-Studie 2020 zum Medienumgang in Zeiten von Covid-19

19.10.2020
© Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest

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© Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest

In Zeiten der Covid-19-Pandemie haben sich für Jugendliche unterschiedliche Lernsituationen ergeben. Zum Zeitpunkt der Befragung (8.6. - 20.7.2020) gaben 69 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren an, nur zeitweise in der Schule zu lernen, 16 Prozent sind im Homeschooling ausschließlich zu Hause und 12 Prozent sind jeden Tag in der Schule. Bei der Frage, wie der digitale Schulunterricht insgesamt klappt, vergeben 13 Prozent die Note 1, die Meisten liegen mit ihrer Bewertung im Mittelfeld: jeweils ca. ein Drittel der Befragten gibt die Schulnoten 2 (33 %) oder 3 (30 %). Allerdings kommt ein Fünftel weniger gut mit der Situation zurecht, 12 Prozent vergeben die Note 4, vier Prozent die Note 5 und zwei Prozent sogar die Note 6. Insgesamt liegt der Notendurchschnitt für die Bewertung für das Online-Lernen bei der Note 2,7. Mit der Situation wurde an den Schulen unterschiedlich umgegangen und verschiedene technische Lösungen kamen zum Einsatz. 57 Prozent der Befragten geben an, dass Aufgaben, Materialien und Ergebnisse per E-Mail versendet wurden. 55 Prozent hatten Zugriff auf eine Schulcloud oder verwendeten die Online-Plattform der eigenen Schule. Knapp ein Drittel (31 %) gab an, in der Schule bzw. zu Hause mit Büchern zu lernen. Als Lernplattform tauschten sich 27 Prozent via Videokonferenzen und 15 Prozent über Chats aus. 13 Prozent nutzen zum Zeitpunkt der Befragung WhatsApp um Aufgaben, Materialien und Ergebnisse begleitend zum Unterricht zu verschicken. Als größtes Hindernis beim Homeschooling gaben mehr als die Hälfte der Jugendlichen (59 %) an, Probleme mit der Motivation zu haben. 36 Prozent hatten Schwierigkeiten die Übersicht über verschiedene Lernplattformen zu behalten. Aber auch schwierige Rahmenbedingungen sorgten für Probleme beim Lernen. 16 Prozent beklagten eine schlechte Internetverbindung, zwölf Prozent hatten keinen ruhigen Ort zum Lernen. Etwa jeder Zehnte hatte Probleme im Umgang mit der Technik und sechs Prozent hatten nicht alle notwendigen technischen Geräte zur Verfügung.
Natürlich hatte die Situation der Corona-Pandemie auch Auswirkungen auf die Mediennutzung in der Freizeit. So wurden Videos, Filme und Serien häufiger online konsumiert als im Vorjahr, allen voran Netflix, das von 59 % der Befragten mehrmals in der Woche gesehen wurde, an zweiter Stelle kommt YouTube (58 %), vor Amazon Prime Video (26 %). Ein Zuwachs zeigt sich auch bei der Nutzung der Mediatheken der Fernsehsender (17 %). Die Pandemie sorgte auch für eine Verbesserung der technischen Ausstattung. So besitzt mittlerweile jeder dritte Jugendliche ein Fernsehgerät mit Internetzugang (34 %). Einen Zuwachs gibt es auch bei der Ausstattung mit eigenen Tablets (38%) und Laptops (56 %).
Im Hinblick auf die Gesamtsituation in Zeiten von Covid-19 machen sich fast zwei Drittel der Jugendlichen Sorgen um die Gesundheit ihrer Familie und Freunde. Nur etwa halb so viele sorgen sich um die eigene Gesundheit. Jede/-r Dritte macht sich Sorgen um ihre/seine persönliche Zukunft und 35 Prozent sorgen sich, ob sie im Unterricht bzw. in der Schule Anschluss halten können.
Der vollständige Studienbericht der JIM-Studie 2020 des mpfs wird Ende des Jahres veröffentlicht. Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg und der medienanstalt rlp. Die Durchführung der Studie erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR).

Weiterführende Links:
Pressemitteilung 16.10.2020 „Homeschooling – Barrieren für das Lernen daheim“ (pdf)
Website Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest mpfs


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