Mehr Geld für Bibliotheken: Deutscher Bibliotheksverband begrüßt Entlastungsgesetz für Länder und Kommunen
22.07.2026

© dbv
Am 09.07.26 hat der Deutsche Bundestag ein Gesetz zur Entlastung der Länder und Kommunen verabschiedet. Bis 2029 sollen sie einen jährlichen Zuschuss von jeweils einer Milliarde Euro erhalten. 250 Millionen Euro pro Jahr sollen direkt an finanzschwache Kommunen gehen, um dort u.a. Bibliotheken, Kitas oder Schwimmbäder zu finanzieren.
Dazu der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv), Dr. Holger Krimmer: „Der Beschluss des Bundestags zur Entlastung insbesondere von finanzschwachen Kommunen ist ein wichtiges Zeichen. In ländlichen Regionen und Städten muss jetzt die Möglichkeit ergriffen werden, Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge besser auszustatten. Bibliotheken als Orte der Begegnung, des Dialogs und der Bildung müssen dabei eine zentrale Rolle spielen. Aktuell sehen wir, dass viele Bibliotheksgebäude in einem maroden Zustand sind, Bibliotheken ihre Öffnungszeiten reduzieren, Stellen abbauen oder sogar schließen müssen – und all das, obwohl Bibliotheken mit mehr als 182 Mio. Besuchen jährlich die meistbesuchten Kultureinrichtungen sind. Durch das Gesetz besteht nun die Möglichkeit, die finanziellen Rahmenbedingungen von Bibliotheken zu verbessern und damit eine Steigerung der Lebensqualität für die Menschen vor Ort zu bewirken.“
Zum Hintergrund
Bereits seit einigen Jahren zeigt sich massiv, dass sich die schlechte Finanzsituation der kommunalen Haushalte auch auf die Finanzierung der Öffentlichen Bibliotheken durchschlägt. Im vergangenen Jahr hat der dbv unter seinen Mitgliedern eine Umfrage zur Finanzsituation der Öffentlichen Bibliotheken vorgelegt. 37 % der an der Umfrage teilnehmenden Öffentlichen Bibliotheken gaben an, von Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen betroffen zu sein. 23 % stehen unter einer globalen Haushaltssperre, 28 % haben mit Mittelkürzungen zu kämpfen.