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Ausstellungen

Ausstellungen in Schulbibliotheken sind in vielfacher Hinsicht von hohem didaktischem Wert. Dieser Möglichkeit sollte deshalb besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dabei sind mehrere Zielsetzungen denkbar. Die lerndidaktisch anspruchsvollste Zielsetzung ist der Dreierschritt

  • Anschauen
  • Reflexion
  • Erkenntnis

Mit anderen Worten:
In Ausstellungen können durch die visuelle Sprache der Exponate und deren didaktische Aufbereitung "Einsichten" vermittelt werden, die in der stringenten Form von Texten Schülern nur schwer vermittelbar sind.

Ausstellungsdidaktisch gibt es hierfür mehrere Möglichkeiten.

  1. Vielschichtige und komplexe Themen werden von verschiedenen Seiten aus gleichzeitig behandelt.
  2. Durch das Ansprechen mehrerer Sinne (Sehen, Hören, Tasten, Riechen) sowie der
    Aktivierung kognitiven Fähigkeiten werden lernpsychologische Prozesse ausgelöst, die
    im traditionellen Sprechunterricht in der Regel nicht zu erreichen sind.
  3. Die intensive Beschäftigung und Auseinandersetzung mit dem darzustellenden Stoff führt zu einem über das "normale" Schulwissen hinausgehenden Kenntnisstand.
  4. Die Reflexion über die Rezeptionsfähigkeit des Ausstellungsbesuchers ist eine Auseinandersetzung mit lernpsychologischen Fragestellungen.
  5. Die Kenntnis über Ausstellungskonzepte öffnet den Zugang zum Verständnis professioneller Ausstellungen (Transferkenntnisse).


Ausstellungsformen

Die Ausstellungsformen sind immer abhängig von der Zielsetzung, dem Inhalt der Ausstellung, den Zielgruppen und nicht zuletzt von den räumlichen, finanziellen und sächlichen Möglichkeiten. Für die Schulbibliothek gelten zwei Grundregeln:

  1. Die Ausstellung sollte ihre Verknüpfung mit der Schule und ihrem Bildungsauftrag deutlich machen.
  2. Ein Bezug zur Bibliothek und ihren Medien sollte immer erkennbar sein.

Folgende Ausstellungsformen wurden bereits erprobt:

  1. Buchausstellungen als Schülerprojekt [Beispiel]
  2. Buchausstellungen mit Exponaten als Schülerprojekt [Beispiel]
  3. Die thematische Ausstellung als Schülerprojekt [Beispiel]
  4. Exponate im Mittelpunkt als gemeinsames Bibliotheks- und Schülerprojekt [Beispiel]
  5. Die "Museums- Ausstellung" als Bibliotheksprojekt [Beispiel]
  6. Die übernommene Ausstellung als Bibliotheksaufgabe [Beispiel]

Durchführung

Für die vielfältigen Aspekte, die bei der Gestaltung einer Ausstellung zu beachten sind, sollten auf jeden Fall Fachbücher und wenn möglich Ausstellungsfachleute zu Rate gezogen werden. Hier können nur einige kurze Hinweise gegeben werden:

  • Eine Ausstellung lebt von der spannungsreichen und abwechslungsreichen Abfolge von Exponaten, Bildern, Textgestaltung, kleinen Inszenierungen und Kontrollfragen, ergänzt durch Licht und Geräuscheffekten.
  • Besonders sorgfältig sind die erläuternden Texte zu formulieren und grafisch zu gestalten. Darunter fallen Schrifttype, Punktzahl, Block- oder Flattersatz, Textumfang.
  • Die Ausstellung muss so aufgestellt sein, dass der Besucher die Abfolge sogleich erkennen kann.
  • Es ist oft sinnvoll Begleitmaterial zu erstellen.
  • Man sollte Führungen mit einplanen und anbieten.

Zielsetzung

Die Zielsetzung ist mehrfach. Neben den lern- und unterrichsdidaktischen Zielen ist der Werbeeffekt für die Bibliothek von ebenso großer Bedeutung. Durch eine Ausstellung wird werbewirksam auf die Bibliothek, ihre Bestände und ihre Serviceleistungen hingewiesen. Von besonderem Gewinn ist, dass durch gut gemachte Ausstellungen die Schule nach außen wirken kann und die Bibliothek hier als Werbeträger auftritt.